Shopping von morgen: Nur noch digital? Wie Händler und Kunden die Lage einschätzen

Wie oft gehen Sie noch in klassische Ladengeschäfte? Und wie oft shoppen Sie heute schon online? Bei uns hält es sich noch die Waage, aber manche Ware finden wir heute einfach viel bequemer online, haben eine riesen Auswahl, können vergleichen, müssen nicht in die City fahren…

Doch wechseln wir einmal die Seite: Was sagen die Händler zu ihrer Zukunft? Wie digital wird sie sein? Werden wir Produkte aus 3D-Druckern kaufen, in virtuellen Verkaufsräumen bummeln und automatisch mit Verlassen des Geschäfts bezahlen???

Bitkom hat dazu drei interessante Umfrageergebnisse in 2017 veröffentlicht. Die Quintessenz daraus haben wir hier für Sie in Kürze zusammen getragen:

Fakt 1: „Händler blicken in eine digitale Zukunft“

Interessant dabei ist: Der Handel hängt noch ganz schön der digitalen Welt hinterher und gleichzeitig sehen die Händler die Zukunft in 2030 ganz klar digital, wie dieses Schaubild zeigt. Befragt wurden dafür, in einer repräsentativen Umfrage, mehr als 500 online und stationär tätige Einzel- und Großhändler.

Shopping von morgen Nur noch digital 1

(Quelle: www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Haendler-blicken-in-eine-digitale-Zukunft.html)

Das verrückte daran: Die Händler sehen in 2030 (das ist schon sehr bald) ein komplett neues, hoch digitalisiertes Einkaufsverhalten. Gleichzeitig besitzen mehr als 11% von ihnen noch nicht einmal eine Website. Rund jeder Vierte ist noch nicht einmal in Standard-Onlineverzeichnissen wie Google Maps, Gelbeseiten.de oder werliefertwas.de eingetragen. Nur 30% nutzen die Sozialen Netzwerke.

Zurück zur Studie: Was meinen die Händler mit einem Showroom? Das sind Läden, die nicht mehr dem klassischen Verkauf dienen, sondern eher dem Produkt. Stöbern, anfassen, schauen, testen – und anschließend wird im Online-Shop des Händlers gekauft. Viele Kunden nutzen schon heute dieses Vorgehen: ich lasse mich im Laden beraten, teste das Produkt und kaufe dann online billiger – zum Ärger vieler Händler.

Bitkom-Handelsexpertin Julia Miosga schreibt dazu:

„Der Handel in anderen Ländern ist hier schon deutlich weiter. Was hierzulande noch als Vision gilt, ist andernorts schon Standard.“

Fakt 2: „Online-Shopping: Preis und Auswahl schlagen persönlichen Kontakt“

Fakt 1 betrachtete eher die Sicht der Händler. Kommen wir nun zu den Kunden und Internetnutzern. Auch diese hat Bitkom in 2017 in einer repräsentativen Umfrage befragt und kommt zu folgendem Ergebnis:

„Der Obsthändler, der einem die Lieblingsäpfel zurücklegt, und die Boutique, die anruft, wenn das Kleid in der richtigen Größe angekommen ist: Etwa jedem Dritten (32 Prozent), der in den vergangenen 12 Monaten etwas im Internet gekauft hat, ist der persönliche Kontakt zum Händler so wichtig, dass er bevorzugt im stationären Handel einkauft.

Zwei von drei Käufern (65 Prozent) zieht der persönliche Kontakt dagegen nicht ins Ladengeschäft. Im Gegenteil: Beim Online-Shopping schätzt die Mehrheit (54 Prozent) die Anonymität. (…)

Allerdings sagen auch 60 Prozent der Online-Käufer, dass man sich mit dem Kauf im Internet zum gläsernen Kunden macht. Diese Meinung wird speziell von den 65-Jährigen und Älteren mit 67 Prozent vertreten.“

(Quelle: www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Online-Shopping-Preis-und-Auswahl-schlagen-persoenlichen-Kontakt.html)

Das heißt von denjenigen, die im Netz shoppen, schätzen etwa die Hälfte die Anonymität. Niemand sieht, was man kauft. Man kann sich auch online diskret beraten lassen (zum Beispiel in Online-Apotheken). Niemand muss sich mit Verkäufern in Geschäften auseinandersetzen.

Doch neben dem Argument der Anonymität überzeugt 86% der Onlineshopper der Preis. Sie empfinden die Produkte online günstiger als im Laden. Fast ebenso viele schätzen die größere Auswahl.

Jetzt kommen Händler gern mit dem Argument, dass sie ja einen besseren Service bieten. Doch selbst den schätzen Internetnutzer mit 32% online sogar besser ein. Hierfür sprechen vermutlich auch die Argumente Preistransparenz, Informationsvielfalt und Lieferbedingungen.

Bitcom schreibt dazu auf seiner Website:

„Die Chance des Handels liegt nun darin, diesen neuen Ansprüchen und Wünschen mit innovativen Angeboten und Lösungen zu begegnen. Hierbei spielen ganz besonders neue Technologien wie Robotics, Virtual Reality und andere digitale Services eine immer größere Rolle und sollten in die modernen Handelsprozesse mit einbezogen werden.“

Das deckt sich mit der Studie aus Fakt 1 und bestärkt sicherlich die Händler in Ihrem Vorhaben, sich digital stärker weiterzuentwickeln.

Fakt 3: „Händler erzielen ein Viertel ihres Umsatzes online“

Und letztlich werden beide Betrachtungen der zunehmenden Digitalisierung des Einkaufs aus Kunden- und Händlersicht bestätigt von der Umsatzentwicklung im Handel:

Händler, die ihre Waren sowohl im stationären Handel als auch in Onlineshops verkaufen, machen im Durchschnitt ein Viertel ihres Umsatzes online. Wobei nur ca. 70 % der befragten Händler über einen Onlineshop verfügen.

Shopping von morgen Nur noch digital 2

(Quelle: www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Haendler-erzielen-ein-Viertel-ihres-Umsatzes-online.html)

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder kommentiert dies auf der Website wie folgt:

„In der Handelsbranche kann es sich heute kaum noch ein Unternehmen leisten, auf Online-Umsätze zu verzichten. Die Shops im Internet können einen wesentlichen Teil zum Gesamtumsatz der Händler beitragen. Voraussetzung dafür ist, dass die Web-Shops kundenfreundlich gestaltet sind. Dazu gehören etwa eine zeitgemäße mobile Navigation und sichere Bezahlmöglichkeiten.“

Zum Thema Bezahlmöglichkeiten haben wir bereits ein Studienergebnis hier veröffentlicht…

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