Kreativ im Team statt „stuck state“: Der Staffellauf der Ideen und was er wirklich taugt

Schneller, besser, kreativer. Die Leistungen, welche wir im Alltag bringen (wollen oder sollen), werden heutzutage oft zu einer Olympischen Disziplin und bestimmen den Konsens der Marktwirtschaft. Wer schneller an Informationen und innovative Ideen kommt und diese für sein jeweiliges Projekt umzusetzen vermag, der hat einen Wettbewerbsvorteil. In dieser Hinsicht würden wohl die wenigsten Ökonomen widersprechen.

Würden selbige Ideen in 5 Minuten entstehen, wäre das revolutionär und gegenüber Ihrem Wettbewerber ein riesen Vorteil. Dies ist eine neue Herangehensweise an ein bewährtes Prinzip – das der Ideensammlung und Findung auf der Grundlage der Multiperspektivität.

Statt mit dem Team oder Kooperationspartnern in einem stuck state (feststeckender Zustand) festzuhängen, können Sie in nur 5min richtig viel bewirken und kreativ sein.

Auf die Plätze, fertig, denken!

Das Ganze ist schnell erklärt und einfach umzusetzen. Die 6-3-5-Methode hat folgenden Vorteil: Sie werden aus einem unkreativen wenig förderlichen Zustand herausgeholt und unterbrochen und können so – gemeinsam mit anderen, in kurzer Zeit die Dinge aus einer anderen Perspektive betrachten.

Das 6-3-5- Prinzip funktioniert wie ein Staffellauf:

  1. 6 Personen in einer Gruppe haben 5 Minuten Zeit um jeweils 3 Ideen auf einer Karteikarte zu formulieren.
  2. Nach genau 5 Minuten müssen sie ihre eigene Karte an ihren Nachbarn weiterreichen, der dann überlegen soll, wie sich die Ideen ihrer Gruppenmitglieder um 3 weitere Vorschläge weiterentwickeln lassen. Und das Ganze auch wieder in 5 Minuten.
  3. Damit alle Mitglieder gleich oft drankommen, wird der ganze Prozess 5 Mal wiederholt.

Ähnlich dem Staffellauf starten diese 6 Teilnehmer mit ihrem Ideenstab in der Hand und haben 5 Minuten Zeit mit diesem Stab, der sich in den nächsten 5 Minuten verdreifacht und so weiter.

Das Ergebnis

Welches Konzept am Ende erfolgreich als erstes mit seinen vielen Ideenstäben ans Ziel kommt ist im Grund während des Spiels erst einmal egal. Im Gegensatz zum richtigen Sport sind hier auch gerne mehrere Gewinner erwünscht.

Kritik kommt noch früh genug, erst einmal geht es um das kreative Ideen entwickeln, frei denken und weiter denken.

Dieser Ideenstaffellauf lässt sich um das 7-4-6-Prinzip erweitern. Dabei wird das obengenannte Vorgehen mit 7 Personen, 4 Ideen in 5 Minuten durchgeführt oder ähnliches…

Welche Vorteile bietet diese Kreativ-Methode?

Keine Übervorteilung einzelner Personen:

Das systematische Aufteilen der Ideen, das Weiterentwickeln der Vorschläge anderer, erlaubt es, keinem Teilnehmer aus der Gruppe herauszustechen. Selbst der hartnäckigste Einzelkämpfer wird hier zum Teamplayer.

Inputs statt Grübeln:

5 Minuten lassen zugegebenermaßen wenig Spielraum für ausgewachsene Konzepte, zumal wenn es 3 sind – sollen sie auch nicht. Wer wenig Zeit hat ist vor allem eines: gezwungen sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Viele kleine Ideen, statt einer großen:

Ja, in diesem Fall heißt es nicht Quantität vor Qualität, sondern Divergenz vor Unitarität. Viele kleine Ideen können neue Sichtweisen auf ein Projekt werfen, die sich in einer einzigen  großen vielleicht kaum realisieren ließen.

Die eigene Sichtweise resultiert aus der der anderen:

seine eigenen 3 Ideen (weiter-) zu formulieren, bedeutet auch, sich in die Ansätze der anderen hineinzuversetzen.

Kein Moderator nötig

Die Aufgabenstellung ist klar und die Zeit vorgegeben. Eine der größten Stärken dieser Kreativmethode ist seine Autarkie.

Welche Nachteile hat die 6-3-5-Methode?

Wenn Stärke auch Schwäche ist:

so sehr es auch der Anzahl und Sichtweise von Ideen förderlich ist, die kreative Ausarbeitung eines Konzepts (durch eine Person) bleibt dabei auf der Strecke

Umsetzbar oder nicht?

Je nach Resultat sollten Sie sich fragen, ob sich die jeweilige Idee auch praktisch umsetzen lässt – was zweifellos nicht immer der Fall ist. Fragen Sie sich wie diese Art der Ideensammlung für Ihr Projekt förderlich sein könnte. Soll sie die Kreativität und Teamfähigkeit Ihrer Gruppe verbessern oder neue Sichtweisen auf die Umsetzung einer Strategie hervorbringen?

Überlagerungen, Mehrfachnennungen und Überschüsse:

Das was bei Vorratssammlungen von Vorteil ist, ist der Ideenförderung hier eher hinderlich. Eine Vielfalt von Ideen lässt sich mit der Mehrfachnennung von Ansätzen kaum erzielen. Andererseits hat sie den Vorteil, dass für ein bestimmtes Projekt auch eine bestimmte Sichtweise/ Umsetzung präferiert wird.

Fazit:

Wollen Sie Ihre Kollegen oder Ihr Team motivieren, nicht nur eigene Konzepte zu entwickeln, sondern die Vorstellungen anderer weiterführen und somit eine stärkere Teamfähigkeit erzeugen, dann ist die 6-3-5-Methode genau richtig.

Das Konzept eignet sich ebenfalls gut, um viele neue und ungewöhnliche Ansätze zu einer Projektumsetzung zu gewinnen. Dies sollte aber immer real durchführbar und in einem zeitlich umsetzbaren Rahmen geschehen.

Ferner ist die Methode hervorragend, um den Ideenfluss jedes einzelnen Mitglieds, und nicht nur die, der dominantesten, anzukurbeln.

In schneller, kurzer Zeit kommt einiges zusammen – das kann auch mal ein Meeting oder einen Arbeitstag auflockern.

Weniger geeignet ist diese Methode jedoch, wenn es um das Schaffen eines genau ausgearbeiteten Konzepts geht, da allein aus zeitlichen Gründen die wenigsten Inputs als ausgereifte Planungsstrategien taugen.

Andererseits können aus diesen ‚Flickenkonzepten‘ richtige Planungen entstehen, diese ergänzen oder sogar verbessern.

Den Ideenstaffellauf können Sie als Chance und eine kreative Methode für Ihr Team und Ihr Projekt sehen.

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