Soziale Netzwerke – eine Übersicht für Selbständige mit persönlichem Kommentar

Es gibt eine Vielzahl sozialer Netzwerke – wie soll man da die Übersicht behalten? Jedes Jahr kommen Dutzende hinzu. Snapchat, Facebook und dessen Messenger, YouTube und Instagram – all diese Netzwerke gehören zu den Top Apps 2017. Doch sind diese auch für Sie das richtige Netzwerk?

Welche sozialen Netzwerke gibt es?

Eine umfangreiche Grafik mit nahezu allen wichtigen Sozialen Netzwerken für Deutschland in der Übersicht hat Ethority erstellt:

Soziale Netzwerke Übersicht

Was denken Sie, wenn Sie diese Grafik sehen?

Uns gingen zwei Dinge durch den Kopf: Zum einen: „Oh je, so eine Fülle, die meisten kennen wir gar nicht, müssen wir da überall präsent sein?“ Zum anderen: „Ich dachte, Facebook und Co. sind die sozialen Netzwerke, hier ist aber so viel mehr drauf. Was bedeutet das?“.

Letztere Frage ist relativ leicht zu beantworten, wenn man sich die Definition eines sozialen Netzwerkes anschaut. Wikipedia schreibt dazu:

„Ein soziales Netzwerk ist ein Online-Dienst, der eine Online-Community beherbergt. Benutzer können über soziale Netzwerke miteinander kommunizieren und teilweise im virtuellen Raum interagieren. Auf der technischen Grundlage eines sozialen Mediums (Social Media), das als Plattform zum wechselseitigen Austausch von Meinungen, Erfahrungen und Informationen eingesetzt wird, ergibt sich ein abgrenzbares soziales Netzwerk von Nutzern mit von ihnen erzeugten Inhalten. Bekannte soziale Netzwerke sind z.B. Twitter und Facebook für eher private Nutzer oder LinkedIn und XING für berufliche Nutzer.“

Kurz und knapp:

Soziale Netzwerke leben davon, dass Menschen hier Inhalte – in welcher Form auch immer – online für andere zur Verfügung stellen und miteinander in Kontakt treten.

Genau das verdeutlicht auch die Grafik mit den vielen sozialen Netzwerken in der Übersicht. Dort werden die Netzwerke nach genau diesen Inhalten systematisiert:

  • Es gibt Plattformen, die leben davon, dass Nutzer Bilder veröffentlichen (z.B. Pinterest und Instagram).
  • Andere sind fokussiert auf Video-Inhalte (z.B. YouTube und Vimeo).
  • Wieder andere gehören eher zu den Lexika (die bekannteste unter ihnen: Wikipedia).
  • Und so weiter…

Wie Sie sehen, gibt es eine Vielzahl sozialer Netzwerke. Es scheint auf den ersten Blick schwer, sich für ein Netzwerk zu entscheiden. Bevor Sie sich allerdings für ein Netzwerk entscheiden, müssen Sie erst einmal Ihre Strategie festgelegt haben. So finden Sie das Netzwerk, dass am ehesten für Sie geeignet ist.

Um die Entscheidung etwas zu vereinfachen, haben wir Ihnen im Folgenden eine Übersicht der wichtigsten sozialen Netzwerke zusammengestellt und am Ende mit einem Fazit versehen, welches diese Soziale Netzwerke Übersicht aus unserer Sicht für Selbständige kommentiert.

Übersicht der sozialen Netzwerke:

Facebook

Allgemein:

Auf Facebook ist ein breites Publikum zu finden. Dort ist das Alter, sowie das Geschlecht der Konsumenten sehr ausgeglichen verteilt. Facebook ist eine Plattform, auf der man mit Freunden in Kontakt bleibt. Sie als Unternehmen werden dort „ein Freund der Nutzer“.
Auch in der Kommunikation bietet sich für Sie Vielfalt. So kann man Links teilen, Status-Updates setzen, Ortsangaben einfügen, Live-Übertragungen für Fans durchführen, Gefühle mitteilen, Bilder veröffentlichen oder Videos online stellen. Auf diese Beiträge reagieren Nutzer dann mit dem „Like“ für Zustimmung oder mit weiteren Gefühls-Emojis, die von Traurig bis Lachen reichen. In der Kommentarfunktion kann die eigene Meinung zu einem Thema veröffentlicht werden, oder ein weiterer Nutzer unter dem Beitrag verlinkt werden.

Potential:

Facebook hat pro Monat 1,7 Milliarden Nutzer weltweit. Davon sind 1,13 Milliarden Nutzer täglich aktiv. Pro Tag werden 1,6 Milliarden Likes verteilt und 60 Millionen Bilder gepostet.

Instagram

Allgemein:

Auf Instagram können Sie Bilder und Videos online stellen und eine eigene „Story“ über Ihren Tag oder ähnliches veröffentlichen. Die Bilder und Videos können Sie mit verschiedenen Filtern und Hashtags versehen, um die Zielgruppe zu erreichen und auf Sie aufmerksam zu machen. Zudem bietet Instagram heutzutage die Möglichkeit auf Ihren Webshop aufmerksam zu machen, indem Sie Produkte mittels „Link to buy“ auf Ihren Bildern verlinken.

Potential:

Mit 500 Millionen Nutzern, von denen 300 Millionen täglich aktiv sind, ist Instagram etwas kleiner als Facebook, aber dennoch nicht zu unterschätzen, da pro Tag 4,2 Milliarden Likes verteilt werden und 95 Millionen Bilder hochgeladen werden. Von den Nutzern leben allein 9 Millionen in Deutschland.

Twitter

Allgemein:

Twitter ist in Deutschland eher ein Medium für gebildetere Menschen. Die breite Masse der Bundesrepublik hat es bislang nicht erreicht. Das Prinzip hinter einem Tweet ist eine Kurznachricht, die 140 Zeichen nicht überschreiten kann. Diese Kurznachricht soll schnell geschrieben und gelesen werden und sich durch Diskussionen und Retweets schnell verbreiten. Twitter ist eine öffentliche Plattform, das heißt jeder kann die Tweets lesen, selbst wenn er nicht auf der Seite registriert ist. Herausforderungen für Unternehmen: Twitter bietet eine gute Möglichkeit für Kundensupport. Allerdings haben die Tweets nur eine kurze Lebensdauer.

Potential:

320 Millionen aktive Nutzer sind auf Twitter verzeichnet. In Deutschland sind es insgesamt 12 Millionen Nutzer. Alle Nutzer teilen insgesamt 500 Millionen Tweets pro Tag, die von insgesamt 800 Millionen Menschen gesehen werden.

Google+

Allgemein:

Google wollte zu Beginn mit seinem sozialen Netzwerk Facebook Konkurrenz machen, dies ist ihnen aber kaum geglückt. Durch Google+ können Sie Ihr Google-Ranking verbessern, denn Google, Google Maps und Google+ sind eng miteinander verzahnt und damit ist eine Google+-Seite für Unternehmen interessant und wertvoll. Zudem können Sie Nutzer kategorisieren und so eine bessere zielgruppengerechte Kommunikation führen.

Potential:

Auf Google+ sind 500 Millionen Nutzer registriert. Allerdings sind von diesen nicht einmal die Hälfte aktiv. Die Zahl der aktiven Nutzer beträgt gerade einmal 235 Millionen.

LinkedIn

Allgemein:

LinkedIn ist eine weltweite Business-Plattform, auf der eher Konzerne vertreten sind. Das heißt, Sie befinden sich im B2B Bereich – vergleichbar mit XING, jedoch internationaler.

Potential:

Auf LinkedIn sind 433 Millionen Nutzer, davon aus der DACH-Region mehr als 8 Millionen Menschen, registriert.

XING

Allgemein:

XING ist wie LinkedIn eine Business-Plattform. Der Unterscheid hier: Die Plattform richtet sich mehr an KMUs und ist deutschsprachig und spricht damit fast ausschließlich Personen aus der DACH-Region (D-Deutschland, A-Österreich, CH-Schweiz) an.

Potential:

Auf XING befinden sich mehr als 10,5 Millionen Nutzer der DACH-Region.

WhatsApp

Allgemein:

Auf WhatsApp chattet man mit seinen privaten Freunden, verschickt Sprachnachrichten, Bilder und Videos. Zudem kann man nun auch über den Messenger telefonieren. Durch die freundschaftliche Ebene hat man dort einen sehr emotionalen Draht zu dem Kunden, muss ihn allerdings erst einmal erreichen. Wie man über WhatsApp Marketing betreiben kann, zeigen Hellmann’s und ABSOLUT Wodka.

Potential:

Auf WhatsApp sind 1 Milliarde Nutzer aktiv.

Snapchat

Allgemein:

Auf Snapchat kann man, wie auch auf Instagram, Bilder und Videos versenden. Diese können mit verschiedenen Filtern versehen werden. Die Besonderheit bei Snapchat besteht darin, dass die Sichtbarkeit der Bilder zeitlich begrenzt werden kann.

Potential:

Auf Snapchat befinden sich 100 Millionen Nutzer, die täglich aktiv sind. Davon sind es in Deutschland allein 9 Millionen. Täglich werden 6 Millarden Snaps versendet.

Pinterest

Allgemein:

Auf Pinterest können Sie zu verschiedenen Themenbereichen Bilder hochladen und speichern und so quasi eine Sammlung von Dingen zusammenstellen, die Sie interessieren. Die meisten Nutzer auf Pinterest sind sehr aktiv unterwegs und vorwiegend weiblich. Ein Vorteil von Pinterest ist, dass Nutzer dort sehr stark zum Kauf angeregt werden.

Potential:

Weltweit gibt es 100 Millionen Nutzer, von denen sich 2,5 Millionen in Deutschland befinden.

YouTube

Allgemein:

Auf YouTube können Sie ein sehr junges Publikum erreichen. YouTube und weitere Seiten, wie beispielsweise Netflix, bieten für jüngere Generationen heute den Ersatz für das klassische Fernsehen. Auf der Plattform selbst tummeln sich sogenannte YouTube-Stars, die verschiedene Filme selbst produzieren. Diese Stars haben zum Teil mehr als 1 Millionen Abonnenten und teilen ihren Fans beispielsweise Erfahrungen zu bestimmten Themen (von Beauty bis Gaming) mit.

Potential:

Die Hälfte der Zielgruppe ist über 35 Jahre alt. Zudem bietet YouTube die Möglichkeit Werbung vor, zwischen oder am Ende der Clips zu schalten.

Übersicht weiterer sozialer Netzwerke:

Interessante Neuerscheinungen:

Detaillierte Nutzerdaten zu den Netzwerken:

Wir haben für Sie eine Seite herausgesucht, die Ihnen einen Überblick über Nutzerprofile der größten sozialen Netzwerke bietet.

Eine Fülle an Netzwerken – Und nun? Unsere persönliche Einschätzung für Selbständige

Da die meisten unserer Blogleser Selbständige sind, die entweder allein oder mit einem kleinen Mitarbeiter-Team unterwegs sind, wollen wir gern die Fülle an sozialen Netzwerken aus unserer Sich für Sie kommentieren.

Fakt ist: Sie haben nur begrenzte Ressourcen. Damit lassen sich nicht alle Social Media Kanäle gleichermaßen bespielen und das ist auch nicht sinnvoll! Wie viele tausend Facebook Unternehmensseiten gibt es, die als Karteilaichen auf Facebook umherirren, und weder dem Unternehmen noch den Fans einen wirklichen Mehrwert bieten.

Natürlich können wir an dieser Stelle keine allgemeingültige Regel und Social Media Strategie für jedermann aufstellen, welches Netzwerk in welcher Form wir Ihnen empfehlen. Aber wir versuchen mal eine grobe Strategie-Empfehlung als ersten Anfang:

Als aller erstes empfehlen wir Ihnen zu überlegen, wer Ihre Zielgruppe ist. Denn danach selektiert sich bereits der Kanal.

Ein Beispiel: Sie sind Kommunikationstrainer und wollen im Inhouse-Bereich im deutschsprachigen Raum mehr Trainings verkaufen. Dann sollten Sie Ihre ganze Energie in XING investieren und von Facebook erst einmal die Finger lassen, gerade mit Blick auf begrenzet Ressourcen. Es macht viel mehr Sinn und bringt auch mehr neue Kunden und Umsatz, wenn Sie einen Kanal richtig pflegen als zwei nur halbherzig. Mehr zu XING hier im Blog…

Als zweites empfehlen wir jedem Selbständigen, sich auf Google Business zu registrieren – sprich: eine Google+ Seite zu besitzen und einen Google Firmeneintrag (alles kostenfrei), der dann nicht nur in der Google Suchleiste erscheint, sondern auch als Google Maps-Eintrag. Selbst, wenn Sie diesen nicht weiter pflegen, finden Interessenten hier wichtige Daten über Sie. Mehr zu Google Maps hier im Blog…

Instagram, Pinterest, Snapchat und Co. machen als soziales Netzwerk mit dem Fokus auf Bildermarketing nur Sinn, wenn Sie ein Geschäftsmodell besitzen, das von Bildern lebt (und Sie diese auch mit Ihren Ressourcen bedienen können) und Sie eine Zielgruppe haben, die auf diesen Netzwerken vertreten ist.

YouTube hingegen ist für jedes Geschäftsmodell interessant und empfehlenswert! Die Videos können ja dann auch auf Ihrer Website an passender Stelle eingebunden werden und bieten somit auch Ihren Besuchern einen großen Mehrwert. Außerdem werden diese auch über die YouTube-Suchmaschine gefunden, wodurch Sie mit der passenden Strategie online noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Das als kleine Strategie-Empfehlung an dieser Stelle von uns.

Teilen Sie doch Ihre Erfahrungen, Fragen und Anmerkungen mit uns unten im Kommentar!!

2 Antworten
  1. Holger Tiegel
    Holger Tiegel says:

    Die Übersicht ist sehr interessant. Die Fülle der sozialen Netzwerke wird wohl viele erschlagen. Eure Frage „Muss ich da überall präsent sein“ werden sich vielleicht viele Selbstständige und Unternehmer fragen.

    Und da wird das Pferd, glaube ich, von hinten aufgezäumt. Man sollte sich fragen: Wo agiert aktiv meine Zielgruppe? Man beachte, dass diese Frage eine andere ist, „Wo hält sich meine Zielgruppe auf?“

    Ist es überhaupt notwendig in den sozialen Netzwerken aktiv zu sein? Vor lauter Hype, stellt man sich die Frage oft gar nicht mehr.

    Oder wie will ich welche sozialen Netzwerke wie und warum und wofür nutzen?

    Solch einige „Basis-Gedanken“ helfen vielleicht dem einen oder anderen zur Orientierung. Die Gefahr der Ablenkung bleibt trotzdem.

    Doch egal welche sozialen Netzwerke man nutzt: Lesen und zuhören ist immer ein guter Schlüssel, um die Tür zu seinen Zielkunden zu öffnen.

    Vielen Dank für Eure Übersicht und noch viel Erfolg und Spaß

    Holger

    Antworten
    • Elisabeth & René Penselin
      Elisabeth & René Penselin says:

      Lieber Holger,
      vielen Dank für das Teilen deiner Gedanken hier.
      Interessante neue 257-Punkte-Zielgruppe-Analysiere entdeckten wir gerade auf deiner Landingpage…
      Viele Grüße!!!

      Antworten

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