Die Welt wird digitaler – Einblick ins Silicon Valley

Im Februar bin ich auf einen spannenden Artikel im SPIEGEL gestoßen – die Schlagzeile „Die Weltregierung – Wie das Silicon Valley unsere Zukunft steuert“.

Das Silicon Valley liegt im Süden der San Francisco Bay Area. Es gilt als einer der wichtigsten Industrie-Standorte für Informatik und High-Tech weltweit. Seit den 50er Jahren gründen sich hier Entwicklungsunternehmen – vor allem im Hochtechnologie-Sektor. Zu den heute bekanntesten zählen Apple, Intel, Google, AMD, Adobe, Yahoo, eBay, Facebook, Amazon und viele andere.

Die Top-Speed Industrialisierung des 21. Jahrhunderts?

Zitat aus dem SPIEGEL-Artikel:

„was gerade geschieht, ist viel mehr als der Siegeszug einer neuen Technologie, viel mehr als ein Wirtschaftsphänomen. Es geht nicht nur um ‚das Internet‘ oder ‚die sozialen Netzwerke‘, auch nicht um Geheimdienste und Edward Snowden und die Frage, was Google mit den Daten macht. Nicht darum, dass Zeitungen reihenweise dichtmachen und Jobs durch Software ersetzt werden. Dass ein Messaging-Dienst 19 Milliarden Dollar wert ist und 20-Jährige ganze Industrien aufrollen.

Im Gange ist ein gesellschaftlicher Wandel, dem sich am Ende niemand wird entziehen können. Es ist eine Umwälzung, lediglich vergleichbar mit der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts – nur das alles viel schneller geht.“

(Quelle: DER SPIEGEL 10/2015).

Irgendwie nichts Neues und doch lies mich der Artikel nicht los.

Science Fiction wird Realität

Das, was dort aus dem digitalen Land beschrieben wurde, ist teilweise schon in unserem Alltag angekommen. Ich denke nur an das Smartphone, das vieles in unserem Alltag verändern und weiter verändern wird, an moderne Hausüberwachungssysteme und Heizkörper, die sich vom Urlaub aus steuern lassen, an Fernsehprogramme, die über das Internet laufen, an Frisöre, deren Termine man nur noch online bucht, an Weiterbildungsprogramme, die zu 100 Prozent oder teilweise durch Internet-Selbstlern-Programme ersetzt werden oder Vorlesungen, die Studenten weltweit per Livestream verfolgen können, an Taxi-Fahrten, die via Smartphone direkt bezahlt werden oder Pizza-Bestellungen, die allein über eine App geordert werden.

Doch wenn ich einen Blick in die Trends und News des Silicon Valley werfe, dann klinkt vieles, was dort derzeit entwickelt, in Prototypen getestet oder bereits marktfähig vertrieben wird, doch noch  wie aus einem Science Fiction Film.

Die großen Denker und Namen im Silicon Valley entwickeln jeden Tag neue Technologien. Die bekanntesten Köpfe: Sergey Brin und Larry Page (Google Gründer), Tim Cook (neuer Apple Chef) und Mark Zuckerberg (Gründer und Vorstandsvorsitzender von Facebook). Ihnen geht es nicht um ein bisschen mehr Digitalisierung. Es geht um eine komplett neue Art zu denken.

Die Welt verbessern, Krebs besiegen?

Die 30 wertvollsten Silicon-Valley-Firmen haben schon heute einen mehr als doppelt so großen Börsenwert wie die DAX-30-Unternehmen (Quelle: DER SPIEGEL 10/2015). Doch vielmehr geht es ihnen auch um Weltvisionen. Weltveränderung. Gutes tun.

Zum Beispiel ist Ray Kurzweil, Chefingenieur bei Google und Futurist, Verfechter der künstlichen Intelligenz und davon, Leben enorm verlängern zu können, Krebs zu besiegen. Unsterblichkeit ist Teil seiner Vision. Für ihn sind Zellen wie Software – programmierbar. Sillicon Valley halt.

Gutes tun – beim Krebs, das ist ein Thema in der Google X Abteilung, die bekannt ist für die besonderen Erfindungen dieser digitalen Welt. Die Idee: je früher man Krebs erkennt, je besser kann man ihn besiegen. Der Lösungsgedanke: eine Kamera in unserer Dusche, die uns jeden Tag auf Krebs checkt.

Es wird weiter gehen…

Die Digitalisierung unseres Lebens – sie steigt sprunghaft an, nicht linear. Kennen Sie das Mooresche Gesetz von 1965? Es besagt, dass sich die Komplexität integrierter Schaltkreise alle ein bis zwei Jahre verdoppelt. Einfach übersetzt: alle zwei Jahre verdoppelt sich die Leistungsfähigkeit von Computern.

Heute gibt es Smartphones, Tablets und iWatches. Wenn es nach den Silicon Valley Vorreitern geht, dann werden wir schon bald auch diese Geräte nicht mehr brauchen. “Molekulare PCs“ und „biometrische Sensoren“ werden – vielleicht – unseren Alltag bestimmen. Vielleicht kleine Chips unter unserer Haut?

Google Glass, die umstrittene Brille von Google, geht zwar noch nicht unter die Haut, aber direkt vors Auge. Ein ständiger Begleiter, der unser Gehirn unterstützt – so die Vision von Google.

Ich bin gespannt, was morgen kommt!

4 Antworten
  1. Holger Tiegel
    Holger Tiegel says:

    Ein interessanter Beitrag, wie Wissen und Technik zum Wohle der menschen genutzt werden kann. Man kann nur hoffen, dass die Denker von Silikon Valley auch Andersdenkende zu tolerieren.

    Übrigens läßt sich Krebs laut Dr. Leonard Coldwell schon jetzt heilen. Er sagt über sich, dass er eine Erfolgsquote von 92 Prozent bei seinen Patienten hat. Demgegenüber liegt die Erfolgsquote der Chemothearpie bei 2 Prozent.

    Ob die Brille von Google unser Gehirn unterstützt bleibt abzuwarten. Die Reizüberflutung ohne Nutzen ohne selbst eine Struktur und Zusammenhänge zu erkennen kann auch nach hinten los gehen.

    Es ist und bleibt mit jedem technischen Fortschritt die Frage: Wie wird die neue Technik genutzt? Zum Wohle aller oder …

    Auf jeden Fall ist der Zugriff auf Wissen noch nie so groß und schnell gewesen, wie in Zeiten des Internets.

    Bleibt die Frage: Was kommt nach dem Internet?

    Holger Tiegel

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    • Elisabeth Penselin
      Elisabeth Penselin says:

      Hallo Herr Tiegel,
      vielen Dank für Ihre Ergänzungen. Ihre Fragen, die Sie hier stellen, sind wirklich die Kernfragen…
      Herzliche Grüße,
      Elisabeth Penselin

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  2. Werner Rosin
    Werner Rosin says:

    Ich kann die Einschätzung von Herrn Penselin nur bestätigen. Schon jetzt suchen große Beratungs-Unternehmen we Accenture oder Berger Consulting nach Consulants,die Unternehmen fit machen für die Herausforderungen der digitalen Transformation. Auch mittelständische Unternehmen sollten das Thema zur Chefsache machen, denn es wird ein digitaler Tsunami auf nahezu alle Branchen zukommen.

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    • Elisabeth Penselin
      Elisabeth Penselin says:

      Lieber Herr Rosin,
      vielen Dak für Ihre Einschätzung!!!!
      Herzliche Grüße,
      Elisabeth Penselin

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