Klares Statement FÜR die Webcam Nutzung in Webinaren und virtuellen Meetings!

Viele Trainer-Kollegen, die wir auf dem Weg zu eigenen Webinaren betreut haben, aber auch Führungskräfte, Teams, Kundenbetreuer u.a., die zunehmend mehr virtuelle Konferenzen abhalten, stellen sich die Frage: Mache ich die Webcam nun an oder aus während der Online-Session?? Unsere Meinung ist ganz klar: An! Doch warum?

webcam nutzung im webinar und metting

Warum sind viele unsicher, ob sie die eigene Webcam an oder ausmachen sollen?

Die Ängste, die damit verbunden sind, verstehen wir sehr gut. Es ist ungewohnt für viele, sich über eine Webcam zu präsentieren. Man sieht seine Mitspieler online nicht immer und soll jetzt in dieses kleine Kuck-Loch sprechen? Und ist der eigene Raum-Hintergrund und das Licht überhaupt gut genug? Sehe ich komisch und unprofessionell mit der Webcam aus? Wird es mich während der Präsentation verunsichern und ablenken, mein eigenes Kamerabild zu sehen? Schaffe ich es ausreichend oft, in das Kamera-Loch zu schauen, damit die anderen sich auch angesehen fühlen?

Viele Fragen und Ängste… Doch mit etwas Übung sind die schnell dahin. Denn der Mehrwert der darin besteht, das eigene Kamerabild während eines Webinars und in einem virtuellen Meeting mit zu übertragen, der ist für die anderen Teilnehmer sehr groß. Es geht ums „Menscheln.“

Worin bestehen die Vorteile der eingeschalteten Webcam?

Es wird persönlicher.

Ihre Teilnehmer oder Meeting-Kollegen können Sie sehen. Das schafft eine persönlichere Atmosphäre und nähert sich damit der Qualität eines Live-Treffens eher an, als wenn man niemanden sieht.

Ein Seminar lebt auch immer von der Trainer-Persönlichkeit – egal ob Fach- oder Persönlichkeitsthema. Bei letzterem ist es natürlich die Person noch entscheidender. So ist es auch online. Und wie könnte man Sie besser wahrnehmen als Person, neben der Stimme und Ihren Inhalten, durch Ihr Kamerabild? Eine Webcam macht Sie greifbarer und sichtbarer.

Nicht nur in kostenfreien Verkaufswebinaren baut die Webcam-Übertragung mehr Vertrauen in Ihre Person auf, was der Abschlussquote deutlich förderlicher ist, als anonym „aus dem Off“ zu sprechen. Das gilt natürlich über alle virtuellen Meetings hinweg – egal ob als Teammeeting, Führungskräfte-Tagung, Onlineseminar, Kundenberatung, Bewerbungsgespräch, Mitarbeiterschulung, Produktpräsentation o.ä.

Vor allem zu Beginn eines Webinars, zur persönlichen Begrüßung, wirkt dies mit Kameraübertragung stimmiger.

Es wird interaktiver.

Gerade in den Phasen eines Webinars, wo Sie Ihre Teilnehmer zu mehr Interaktivität auffordern wollen, gelingt dies besser, wenn Sie sich selbst mit Kamerabild zeigen. Denn die Botschaft dahinter: Ich interessiere für mich für deinen Beitrag! Teilnehmer zeigen sich dann deutlich aktiver.

Jetzt hören wir an der Stelle oft die Befürchtung vieler Webinar-Anfänger, das Webinar könnte jetzt aus dem Ruder geraten. Die Angst vor zu viel Aktivität ist groß. Die Angst vor Kontrollverlust. Doch die haben wir letztlich im Präsenzseminar auch. Wir finden es jedoch wichtiger, dass sich Menschen in Webinaren begegnen, als dass eine reine Kultur der Webinar-Powerpoint-Frontal-Beschallung entsteht. Und genau dafür ist Austausch und auch Kamera-Arbeit wichtig.

Es wird abwechslungsreicher.

Manchmal kann die Webcam-Übertragung während einer Online-Veranstaltung eine willkommene, methodische Abwechslung bieten.

Stellen Sie sich einmal vor, der Referent hat 20min online einen kleinen Impulsvortrag zu einem Thema gehalten und schaltet nun sein Kamerabild zu. Sei es, um persönliche Ergänzungen zu machen, Sie als Teilnehmer etwas zu fragen oder ähnliches – auf jeden Fall haben wir das in vielen Webinaren schon als willkommene Abwechslung erlebt und selbst so genutzt.

Die Aufmerksamkeit der Teilnehmer geht wieder nach oben. Denn eine der größten Herausforderung im Webinar-Geschäft ist es sicherlich, die Aufmerksamkeit der Teilnehmer bei der Stange zu halten. Die Ablenkungen am eigenen PC und Smartphone oder im Büro, zu Hause…. sind groß.

Es sorgt für Medienwechsel.

Mit einer Webcam können Sie nicht nur Ihre Wirkung persönlicher gestalten, Sie können die Kamera online auch gezielt zum Medienwechsel nutzen – zum Beispiel können Sie mit Ihrer Webcam:

  • Persönlich zu den Teilnehmern sprechen ohne die Verwendung einer Visualisierung
  • Ein Bild oder ein Objekt in die Kamera halten (z.B. als assoziativen, thematischen Einstieg; als Geschichte; Metapher o.ä.)
  • Ein selbst gezeichnetes A4-Papier in die Kamera halten mit der Agenda des Webinars
  • Mit der Kamera einen Gegenstand erklären (z.B. bei einer technischen Schulung)
  • Eine Webcam auf ein im Raum stehendes Flipchart ausrichten, und daran live etwas zeichnen (am besten mit einem Stativ)
  • o.ä.

Auch, wenn Sie einiges davon genauso gut mit Power-Point-Bildschirmübertragung oder YouTube-Videos online präsentieren könnten – der Wechsel zur Webcam ist eine methodische, visuelle Abwechslung, die von Teilnehmern mit erhöhter Aufmerksamkeit gedankt wird. Oft merken sich Teilnehmer dies besonders gut hinterher!

Die Webcam muss nicht rund um die Uhr an sein – wann ist es gut, sie aus zu machen?

Wenn es Sie ansonsten zu sehr verunsichert spricht nichts dagegen, während eines reinen Vortrages die Kamera auch mal wieder auszumachen.

Es ist nicht immer von Vorteil, wenn die Kamera die ganze Zeit mit läuft. Da darf ruhig ab und zu der visuelle Fokus stärker auf den Inhalten liegen.

In manchen Webinar-Programmen nimmt das Kamerabild dann auch etwas Platz weg von der eigentlichen Präsentationsfläche. Und wenn beispielsweise ein Trainer eine Software-Schulung durchführt, ist es sinnvoll, während der Programmschulung die Kamera immer dann auszumachen, wenn er im Programm etwas zeigt. Es fokussiert alle Teilnehmer auf das Programm. Und gleichzeitig kann die gesamte Präsentationfläche das geschulte Programm per Bildschirmübertragung darstellen und ist damit besser für die Teilnehmer erkennbar.

Unserer Meinung nach sollte die Kamera immer an sein, wenn Sie im Rahmen eines Webinars oder virtuellen Meetings:

  • Teilnehmer persönliche begrüßen
  • Ihre Person vorstellen
  • Fragen in die Runde stellen
  • Übungen anleiten
  • Zum (persönlichen) Austausch einladen
  • Eine Diskussion bzw. Moderation online leiten
  • Interaktionen (z.B. mit Chat, Zeichenstift o.ä.) online durchführen
  • Ein Webinar oder ein Meeting beenden
  • ä.

Bisher ging es nur um den Referenten – Wie steht es um die Kameraübertragung auf Teilnehmerseite?

Hier gilt in etwa das gleiche wie eben beschrieben. Können Teilnehmer sich unter einander mit Kamera sehen,

  • können Sie auch untereinander eine intensivere Beziehung aufbauen,
  • sich gegenseitig wertschätzen und sich signalisieren „ich zeige mich, weil ich Interesse mich für dich und für die Sache“,
  • sehen, wann jemand einverstanden ist oder mit dem Kopf schüttelt – die Körpersprache ist besser sichtbar,
  • lernen sich persönlich besser kennen und können leichter beziehungsfördernden Small-Talk führen (z.B. sehen Sie via Kamera, dass eine Kollegin eine neue Frisur hat oder heute besonders entspannt wirkt) und
  • unterliegen etwas mehr sozialer Kontrolle. Soll heißen: Ist die Kamera aller Beteiligten während eines Meetings die ganz Zeit an, so fällt es schwerer, am Schreibtisch einen Plausch mit einem Kollegen vor Ort anzufangen oder parallel zu telefonieren. Prinzipiell sind wir keine großen Freunde von allzu viel Kontrolle. Aber manchmal ist es hilfreich und wird auch von Teilnehmern in unseren Webinaren als hilfreich empfunden, wenn sie mehr „verpflichtet“ werden.

Wichtig: Es geht nicht immer, dass alle Teilnehmer die Kamera übertragen.

Beispielsweise bei Webinaren mit 70 Teilnehmern macht es keinen Sinn.

Oder wenn keine Zeit bleibt, vorab zu testen, ob es bei allen Teilnehmern klappt. Wenn man nur 60min Webinar-Dauer hat, kann man in einer offenen Runde nicht 20min damit „verplempern“ mit jedem zu testen, bis alle Kameras laufen. Denn bei 10 Teilnehmern gibt es unserer Erfahrung nach immer mindesten 2, wo die Kamera nicht sofort auf Anhieb richtig erkannt wird.

In unseren mehrtägigen Onlineschulungen planen wir beispielsweise am ersten Tag vor Webinar-Start 1h ein, wo wir mit jedem Teilnehmer kurz prüfen, ob Bild- und Ton korrekt übertragen werden, ob wir sein Kamerabild richtig empfangen und ob sein Mikrofon korrekt läuft, so dass alle stressfrei und unter gleichen Kommunikationsbedingungen die gesamte Schulung dabei sein können.

Dennoch: Viele Webcams parallel ziehen enorme Internet-Bandbreite, so dass es auch manchmal sinnvoll sein kann, auf Kameraüberragung zu verzichten oder diese zu begrenzen.

Was sollte ich beim Anschalten der Webcam beachten? 5 Tipps

  1. Ist mein Kamerabild scharf? Wenn nicht, dann liegt es entweder an schlechtem Internet (hier empfehlen wir mindesten 16.000 Mbit/Sek). Oder es liegt an einer schlechten Webcam. Diese Webcam empfehlen wir als externe Webcam… Die interne (integrierte) Webcam von älteren PCs ist oft ungenügend. Neue MACs haben dagegen oft eine so qualitativ hochwertige Webcam, dass diese keine externe Kamera benötigen.
  2. Bin ich auf Augenhöhe? Gemeint ist nicht die innere Augenhöge zu Ihren Teilnehmern J, sondern die Augenhöhe der Kameraeinstellung. Nutzen Sie beispielsweise einen Laptop mit integrierter Kamera, dann sieht es online oft so aus, als ob Sie von oben herab auf die Teilnehmer schauen. Hier helfen beispielsweise 3-4 dicke Bücher, die Sie unter Ihren Laptop stellen können, und schon blicken Sie das „Kuck-Loch“ und damit Ihre Teilnehmer oder Meeting-Kollegen auf Augenhöhe an.
  3. Habe ich Licht von vorn? Beleuchtung ist immer ein großes Thema, obwohl viele neue Webcams da auch vieles schon von selbst regeln. Aber wenn Sie im Dunkeln sitzen, wirkt Ihr Kamerabild natürlich unprofessionell. Besonders schlecht sind hierbei Lichtquellen (z.B. Fenster) von hinten. Da werden Sie automatisch ein dunkles Gesicht bekommen. Am besten sind Lichtquellen von vorn. Hier bieten sich zum Beispiel diese beiden Lampen an, die sie vor Ihren Tisch stellen, eine links, eine rechts, dann sind Sie in der Regel perfekt ausgeleuchtet. Schreibtischlampen machen oft sehr gelbes Licht (Gelbstich) und sind daher meist nicht geeignet. Haben Sie ein Fenster hinter sich, dann sollten Sie dies gut abdunkeln und eine Lichtquelle vor sich stellen.
  4. Ist mein Hintergrund ruhig? Gerade online hat mal viel Zeit, Ihr Kamerabild zu studieren und ist schnell davon abgelenkt, was im Hintergrund alles los ist, Bücher, Hefter, Bilder, Jacken. Bei manchen herrscht hier ein buntes Chaos. J Manchmal reicht es schon, etwas weniger Objekte im Regal mit etwas mehr Ordnung hinter sich zu platzieren. Gut geeignet sind auch Hintergrundsysteme, die Sie hinter sich aufstellen können und schon haben Sie einen professionell und neutral wirkenden Hintergrund, egal wie es in Ihrem Raum aussieht. Gerade wer viel im Homeoffice arbeitet, und die private Atmosphäre etwas professionalisieren möchte, kann ein Hintergrund-System wählen. Unser Tipp: Eine Kombination aus diesem Ständersystem mit einer solchen Papprolle.
  5. Halte ich „Blickkontakt“? Wenn Sie bereits mit einer Webcam gearbeitet haben, werden Sie es bemerkt haben: Echter Blickkontakt ist nicht möglich. Entweder, Sie schauen in das kleine Webcam-Loch. Dann fühlen sich Ihre Teilnehmer von Ihnen angeschaut, aber Sie sehen Ihren Bildschirm nur peripher. Oder aber Sie schauen auf Ihren Bildschirm, wo Ihre Präsentation zu sehen ist und/oder die Kamerabilder Ihrer Besprechungsmitglieder. Dann fühlen sich die anderen nicht angeschaut, aber Sie haben sie im Blick. Es geht nur entweder oder. Daher unser Tipp: So viel es geht zu versuchen, in das „Kuch-Loch“ zu schauen, vor allem am Anfang und Ende zur persönlichen Begrüßung und zur Verabschiedung für den „virtuellen Blickkontakt“.

Mehr Tipps und Themen zum Thema virtuelles Lernen finden Sie hier in unserem Blog…

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2 Antworten
  1. Susanne Richter
    Susanne Richter says:

    Sehr gute Tipps. Danke! Ich stimme absolut zu, dass die Kamera eingeschaltet sein muss, aber ich weis immer noch nicht, wie ich mich (im Kleinformat) innerhalb einer live ablaufenden PPT-Präsentation selbst zeigen kann. Also Video im Video.
    Dasselbe gilt für automatisierte Webinare, in denen ich mich (z.B. im Kleinformat unten rechts zeigen möchte). Ich nehme meine Präsentationen am Mac via screenflow auf.

    Über einen Tipp würde ich mich sehr freuen :))

    Antworten
    • Elisabeth & René Penselin
      Elisabeth & René Penselin says:

      Danke, dass freut uns!

      Wenn Sie – anders als in diesem Artikel fokussiert – Ihr Kamerabild in einem fertigen Video (z.B. einer kommentierten PowerPoint-Präsentation) mitschneiden wollen, dann können Sie dafür ein Aufnahmeprogramm nutzen, welches Ihnen dies ermöglicht. Unsere Empfehlung ist zum Beispiel https://amzn.to/2Nqtip6

      Antworten

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