Was ist Xing eigentlich? Eine Reise durch meine Vorurteile

Ich oute mich. Hier und jetzt, unter Zeugen, vor Ihren Augen. Ich mag diese ganzen Social-Media-Plattformen nicht. Trotzdem bin ich dabei – weil man das eben so macht. Aber nur viertelherzig. Manchmal hilft das Schicksal ein bisschen nach und konfrontiert einen mit Fragen, wie: Was ist XING eigentlich? Und wozu ist das gut? Das Schicksal heißt diesmal WiPeC. Und ich stelle mich: meinen Zweifeln, meinen Vorurteilen, meinem Halbwissen. Wollen Sie mit mir gemeinsam auf eine Entdeckungsreise zu XING gehen?

Gut gepflegte Vorurteile gegenüber XING

Ich habe eine Abneigung gegen Social Media, kenne mich nur ein bisschen mit XING aus und schreibe trotzdem einen Artikel darüber? Alles, was ich zu meiner Entschuldigung vorbringen kann, ist: Ich glaube, ich bin damit nicht alleine. Ich will erforschen, was mich so widerspenstig macht.

Und es gibt auch eine kleine Stimme in mir, die sagt: „Naja, das ist ein Marketingweg und ich kenne Unternehmen, die mit XING erfolgreich Kunden akquirieren. Vielleicht verpasse ich doch etwas.“ Und deswegen teile ich jetzt meine Geschichte mit Ihnen, die ja vielleicht auch ein bisschen Ihre seine könnte.

Was sind meine Vorurteile? Die TOP SIX:

  1. XING-Aktivitäten stehlen meine wertvolle Zeit.
  2. Fremde Menschen wollen mich als Kontakt und bieten mir zwielichtige Kooperationen an.
  3. Ich werde ständig mit Werbeinfos und Event-Benachrichtigungen überflutet.
  4. Leute, die ich kaum kenne, gratulieren mir zum Geburtstag und ich bin unschlüssig, ob ich mich darüber freuen soll. (Bin aber meist höflich und bedanke mich. Allerdings widerstrebend.)
  5. Ich bin Mitglied in verschiedenen Gruppen, weiß nicht mehr warum und habe eine gewisse Bekanntheit erlangt als Karteileiche. (Natürlich bekomme ich trotzdem Einladungen zum Netzwerktreffen live und in Farbe. Dass ich nicht hingehe, versteht sich von selbst.)
  6. Jeder aktive XINGling will nur selber Kunden akquirieren, kauft aber niemals. (Jeder gibt, keiner nimmt. Das ist keine gute Beziehung.)

Das Gute an Vorurteilen ist: Man braucht keine schlüssige Argumentation. Sonst wären es keine Vorurteile mehr, sondern wohl überlegte Meinungen – beruhend auf Erfahrung und Reflexion. Bereits beim Schreiben schwante mir, dass ich fast nur stereotype Allgemeinheiten über XING zu sagen habe. Und das ist eigentlich nicht typisch für mich.

Nochmal langsam: Was genau stört mich also?

Mir unbekannte Leute nehmen Kontakt mit mir auf, weil sie etwas verkaufen wollen. Und nur deswegen. Wenn ich auf anderen Wegen, zum Beispiel mittels Online-Marketing oder persönlich Leute anspreche, mit dem Ziel, meine Leistungen und Produkte zu verkaufen, ist es irgendwie das Gleiche. Das zählt also nicht als Einwand.

Kontakteinladungen, Werbemails und Event-Benachrichtigungen kann ich ignorieren oder ablehnen. Es sei denn, ich finde jemand Interessanten oder etwas Spannendes. Und wenn ich die automatische Benachrichtigung von XING per E-Mail abschalte, landen auch nicht ständig Nachrichten in meinem Postfach. Gut.

Wenn ich in einer oder zwei Gruppen Mitglied wäre, wo mich die Themen und Leute interessieren, wäre ich bestimmt auch aktiver dabei, hätte Spaß am Teilen und könnte mich und mein Unternehmen gleichzeitig bekannter machen. Auch nicht doof.

Jetzt aber erst einmal zurück zur ursprünglichen Frage:

Was ist XING eigentlich?

XING – im Englischen „crossing“, im Chinesischen „es funktioniert“ oder „es klappt“ – ist ein soziales Netzwerk für Businesskontakte: das größte im deutschsprachigen Raum mit derzeit rund 8 Millionen Mitglieder in DACH und mehr als 15 Millionen weltweit. Das sind schon beeindruckende Zahlen.

Man kann ein Netzwerk an Kontakten aufbauen und – genau wie beim E-Mail- oder Newsletter-Marketing – diese Kontakte mit Informationen zu den eigenen Angeboten versorgen, Neuigkeiten posten oder Links teilen und bekanntmachen.

Der Vorteil bei XING, im Gegensatz zur anonymen E-Mail-Adresse, ist, dass ich ein Bild von den Leuten bekomme: durch ein Foto, durch Informationen zu ihren beruflichen Aktivitäten, Interessen usw. Ich weiß also recht viel über sie, auch wenn ich die meisten Leute noch nie im echten Leben getroffen habe.

Gleichzeitig hat man die Chance, sich selbst zu präsentieren mit dem Profil – ähnlich wie auf der eigenen Website. Die XING-Gruppen laden ein zu intensiverer Vernetzung mit Leuten, die sich mit den gleichen Themen beschäftigen und die ähnliche Fragen bewegen.

Erstes Fazit zu XING

Die Mitgliederzahlen und die Möglichkeiten von XING sprechen für sich. Als Selbstständiger oder Unternehmer kann man nicht nicht-präsent sein. Wie bei allen Marketingaktivitäten gilt: Planvolle und kontinuierliche Schritte zahlen sich aus. Dafür muss man Zeit investieren und sich die Frage stellen:

Was will ich bei XING für mich und mein Business erreichen?

  • Will ich einfach nur präsent sein? Dann investiere ich einmal Zeit, um ein gutes Profil von mir einzustellen und ich prüfe einmal pro Woche, wer mich und wen ich gern als Kontakt hätte.
  • Möchte ich neue Kontakte finden und mein Netzwerk erweitern? Und wenn ja, wozu? Dann muss ich sehr aktiv sein, Leute ansprechen, Gruppen beitreten usw. …
  • Trete ich einer bis fünf Gruppen bei, um mich selbst weiterzubilden und mit anderen mein Wissen zu teilen? So finde ich mit Sicherheit Menschen, mit denen ich gemeinsam etwas auf die Beine stellen kann, seien es Projekte, Kooperationen oder ein intensiver fachlicher Austausch.
  • Möchte ich Interessenten gewinnen? Oder Kunden? Dann sind Event-Benachrichtigungen, Posts oder Mailings an meine Kontakte gut geeignet.

Hier im Blog gibt es ja bereits viele hilfreiche Tipps, das eigene Marketing mit XING zu erweitern, z.B. die Tipps für ein optimales XING-Profil oder wie man ein Netzwerk aufbaut.

Meine Erkenntnis

Social Media kann man mögen oder nicht. Ein systematisches Marketing kann man machen oder nicht. Die Wege, erfolgreich zu sein mit seinem eigenen Business sind vielfältig. Elisabeth und René sind für mich gute Modelle, wie man durch stetige und durchdachte Online-Marketing-Aktivitäten erfolgreich sein kann. Auch bei XING.

Und die Konsequenz für mich?

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Ich werde es mit XING nochmal probieren. Jeder verdient eine zweite Chance. Gern teile ich dann meine neuen Erfahrungen mit Ihnen. Und wer weiß, vielleicht überrasche ich mich selbst – und Sie bekommen bald eine Event-Benachrichtigung von mir mit einer Einladung zum Vortrag: „Wie XING mein Leben verändert hat“.

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