Warum lassen so viele Unternehmen das Geld auf der Straße liegen?

Ich möchte Ihnen heute gern drei Geschichten erzählen, die ich in den letzten Wochen mit Unternehmen und Selbständigen erlebt habe und die mich einfach nicht mehr loslassen.

Geschichte Nr. 1:

Für ein größeres und sehr spezielles Kundenprojekt haben wir einen Dienstleistungspartner gesucht – eine Werbeagentur in der Region Sachsen/Thüringen. Es ging dabei um ein bereits konkret herausgearbeitetes Kundenanliegen mit einem Auftragsbudget für die Agentur von rund 10.000€.

Für manche Werbeagenturen ist das Geld für die Portokasse, für Werbeagenturen, die jedoch für kleinere Unternehmen arbeiten sehr attraktiv.

Nun habe ich mit Hilfe von Google Agenturen gesucht, die meiner Meinung nach vom Profil her regional passen. Allein das war äußerst schwierig, denn die meisten Webseiten waren kaum aussagekräftig. Welch Potenzial wird hier verschenkt?

Das Ergebnis:

Ich hatte vier meiner Meinung nach passende Agenturen gefunden und angerufen. Die ersten beiden Agenturen waren nicht erreichbar – ich habe bis heute auch keinen Rückruf erhalten. Die dritte Agentur war am Telefon sehr unprofessionell besetzt und konnte mir nicht wirklich Antworten geben. Bei der vierten Agentur wurde ich freundlich begrüßt und zum passenden Ansprechpartner weitergeleitet. Nach einem netten 30-minütigen Gespräch war eigentlich schon alles klar und der Rest eine Frage von Details und die Agentur hatte den Zuschlag.

Klare Anfrage – schnelle und freundliche Reaktion – Angebot erteilt. Eigentlich sehr einfach.

O.k., vielleicht ein Ausnahme-Erlebnis. Leider nein…

Geschichte Nr. 2:

Aus dem privaten Kontext: Eine gute Freundin von uns wünschte sich zum 40. Geburtstag einen Gutschein für eine Stilberatung samt Einkaufsbegleitung. Normalerweise kläre ich so etwas telefonisch, aber am 29. Mai war Feiertag und ich wollte es erledigt haben.

Ich suchte also wieder mit Hilfe von Google eine Stilberaterin aus Berlin. Die ersten Anbieter waren schnell gefunden und ich habe eine Dame rausgesucht, die eine aussagekräftige Homepage besaß (auch hier verschenken sich viele Webseiten so unglaublich viel Potenzial, dabei ist es oft so einfach…).

Ich habe sofort eine Mail abgeschickt mit klaren Vorstellungen zum Beratungsinhalt und brauchte lediglich eine kurze Info, wie es abläuft, wie wir den Gutschein erhalten und was es insgesamt kostet.

Als ich nach 7 Tagen noch keine Anwort erhielt, versuchte ich es bei einer anderen Stilberaterin. Diese wirbt auf der Website groß und deutlich mit der direkten Kontaktaufnahme per Mail oder Kontaktformular. Das habe ich gleich getan und ebenfalls bis heute keine Antwort erhalten.

Da werden mehrere hundert Euro einfach auf der Straße liegen gelassen…

Doch man könnte meinen, o.k., Stilberater sind in der Regel Freiberufler und teilweise auch nur nebenberuflich tätig. Da werden nicht alle Mails schnell beantwortet. Doch auch in professionell aufgestellten Autohäusern sieht es nicht viel besser aus…

Geschichte Nr. 3:

Ich fasse mich kurz und kürze Ihnen diese Geschichte auf eine einfache Zahl: nur rund 23% der deutschen Autohäuser beantworten die eingehenden Mails. Zig tausende Mails warten unangerührt im Mailprogramm…

Mein Fazit:

Wissen Sie, was ich glaube? –  Dass guter Service viel leichter ist, als Sie glauben!

Und: Den Digitalen Wandel als Chance begreifen!

Sie sollten den digitalen Wandel und das Internet als riesige Chance für Ihre Vermarktung verstehen. Denn das Internet erkennt nicht, ob Sie ein großes Haus oder ein nebenberuflich-tätiger Kleinunternehmer sind.

Auch Google sieht nur, ob Ihr Angebot bei Besuchern beliebt ist oder nicht.

Meine Geschichten waren nur drei Beispiele unter tausenden und zeigen: Google und das Internet sind allgegenwärtig und die Kaufentscheidungen fallen heute zunehmend online – zumindest werden sie online vorbereitet. Auch ich habe, wie Ihre Kunden auch, innerhalb von einem Klick von Website 1 zu Webiste 2 geklickt und so relativ schnell vergleichen können.

Natürlich stellt dies uns Unternehmer vor neue Herausforderungen, doch liegt genau darin Ihre Chance! Ich weiß, dass viele Selbständige und Unternehmer auch Angst vor Veränderungen haben, das kann ich gut verstehen, oft hängt auch viel mit dran.

Genau deshalb auch meine drei kurzen Erfahrungsberichte.

Ich möchte Ihnen Mut machen, Ihren Web-Auftritt mal wieder kritisch zu prüfen – im direkten Vegrleich mit Ihrer Konkurrenz, denn so sieht es der Google-Nutzer und Ihr potenzieller Kunde auch.

Und, ich möchte Ihnen zeigen, dass Service und Kundenorientierung bei uns in Deutschland das leichteste und kostengünstige Werbemittel ist, mit dem Sie bei Ihren Interessenten punkten können.

Also, was können Sie verbessern – online, als auch offline? Wie lange warte ich bei Ihnen auf eine Mailantwort? Wer geht wie bei Ihnen ans Telefon? In welcher Form versenden Sie Ihre Angebote? usw.

Ich wünsche Ihnen einen kritischen Selbst-Check 🙂

Ihre Elisabeth Penselin

8 Antworten
  1. Christiane Jacobs
    Christiane Jacobs says:

    Hallo liebe Elisabeth,

    deine Beispiele könnte ich um viele weitere ergänzen. In der Servicewüste sind sie keine Ausnahme. Und das Lustige daran ist oder Traurige, die angesprochenen Unternehmen oder Personen denken:
    – Ich werde gut gefunden!
    – Meine Homepage ist doch schön!
    – Ich habe genug zu tun.

    JA sie verschenken Geld und Aufmerksamkeit.

    Und wenn ich erkläre, was es alles im Bereich Internetmarketing so möglich wäre,werde ich ‚belächelt‘ und es kommen folgende schräge Antworten:
    – Facebook mach ich nicht, weil …
    – Xing kenn ich nicht…
    – Google+- ah?
    – Ach ich habe keine Zeit….
    – Das geht bei uns nicht…

    Also liebe Elisabeth, es ist noch ein sehr langer Weg, das wir Kunden leicht Antworten und Service erhalten. Und die, die es schon jetzt aktiv tun, profitieren davon. Allein meine neue Homepage mit WordPress wird super gefunden und zieht ganz neue interessante Kunden an. Ich bin auf dem Weg.
    Danke für euren tollen Job.

    Mit lieben Grüßen aus Thüringen
    Christiane Jacobs

    Antworten
    • Elisabeth Penselin
      Elisabeth Penselin says:

      Liebe Christiane Jacobs,

      vielen Dank für deinen Kommentar und es freut mich, wenn deine Homepage wächst, klasse!

      Viele Grüße,
      Elisabeth

      Antworten
  2. Claudia Dieterle
    Claudia Dieterle says:

    Hallo Frau Penselin,

    ähnliche Geschichten habe ich auch schon erlebt. Da haben Sie ein paar wichtige Punkte angesprochen.
    1. Die Website muss ansprechend sein und die gewünschten Informationen bieten.
    2. Wenn eine einfache Kontaktaufnahme oder schnelle Antwort zugesichert werden auf der Website, muss dass auch tatsächlich so sein. Sonst ist das unglaubwürdig.
    3. Eine zeitnahe Antwort oder ein Zwischenbescheid sollten eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Guter Kundenservice ist online und offline der wichtigste Punkt, um sich einen guten Ruf aufzubauen. Hierüber liest man ja auch oft in negativen Kommentaren und Bewertungen oder in sozialen Netzwerken.

    Freundliche Grüße
    Claudia Dieterle

    Antworten
    • Elisabeth Penselin
      Elisabeth Penselin says:

      Liebe Frau Dieterle,

      schön, von Ihnen zu lesen und vielen Dank für Ihr Statement!

      Ich will mit dem Artikel keinesfalls nur auf andere zeigenn, es ist auch immer ein Wink in die eigene Richtung. 🙂

      Herzliche Grüße,
      Elisabeth Penselin

      Antworten
  3. Patrick Zorn
    Patrick Zorn says:

    Hallo Elisabeth,

    ich dutze dich jetzt einfach mal, weil ich glaube zu wissen, dass wir das Thema schonmal hatten. Bitte korrigiere mich, falls ich falsch liege 🙂

    Deine Geschichten haben den Punkt „Service“ natürlich voll getroffen. Das findet sich aber nicht nur bei kleinen Agenturen, kennt wohl jeder. Ich denke aber, das größte Problem vieler Leute ist der Frust. Jeder fängt klein an und irgendwann kommen Anrufe von Agenturen, angeblichen Partnern, etc. Können wohl die Meisten bestätigen, die in der „Webbranche“ sind. Nach geschatzen 30 E-Mails und Anrufen haben viele keine Lust mehr bzw. werten sehr viele Anfragen einfach als Spam. Für manche scheint es einfach schwer, sowas zu filtern. Beispiel gefällig? *g*:
    Seit 4 Wochen nervt mich eine Webagentur aus dem Ausland, die wohl auch in Deutschland tätig sein soll. Die ersten Mails habe ich noch ignoriert, weil ich anhand des Headers schon gesehen habe: „Och, lass mal“. Irgendwann ruft mich ein Mitarbeiter dieser Agentur an, ein Inder mit bescheidener Aussprache, aber generell gutem Englisch. Der Mensch textet mich zu, von wegen „we are looking for people with knowledge in PHP and SEO“. Ah ja…na denn. Ich unterhalte mich so ca. eine halbe Stunde mit ihm und nebenbei geht mal eine WHOIS-Anfrage raus, außerdem mal die Frage an ihn persönlich, wie er denn auf mich kam. Ohne das groß erkklären zu wollen (würde den Rahmen eines Kommentar auch sprengen ^^): Durch soziale Netzwerke und angebliche Google-Abfragen, die er nicht kennen konnte. Nach ein wenig Recherche kam ich also dahinter, dass er illegale Wege nutze und so wohl Leute akkreditieren will. Liebend gerne hätte ich ihn verklagt, aber Ausland und…naja.
    Mein Fazit: Es gibt viel übles Gesindel und wer sich juristisch oder technisch nicht soooo auskennt, der wird wohl einen Bogen um so manches verlockende Angebot machen. Nachher gibts eine Falle und der, nicht versierte, User schützt sich schon im Vorfeld.

    Antworten
    • Elisabeth Penselin
      Elisabeth Penselin says:

      Liebe Patrick,
      vielen dank für dein Statement. Das zeigt noch einmal einen anderen Aspekt.

      Diese Erfahrung haben wir jedoch nicht gemacht 🙂

      Herzliche Grüße,
      Elisabeth Penselin

      Antworten
  4. Alexander Aleger
    Alexander Aleger says:

    Die Geschichten sind sehr schön erzählt und spiegeln die Realität absolut wieder! Ich glaube ich habe diese Art von Geschichten schon zig Mal selbst im Alltag erlebt und kann ein Lied davon singen. Das bizarre daran ist, dass es eigentlich relativ einfach zu lösen ist, aber es wird trotzdem nicht gemacht.

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    • Elisabeth & René Penselin
      Elisabeth & René Penselin says:

      Lieber Herr Aleger,
      vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihre Bestätigung der Geschichten…
      Herzliche Grüße aus Dresden!

      Antworten

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